Dass Lisbeth heute doch noch nicht in ihr neues Zuhause gezogen ist, habt ihr vielleicht schon mitbekommen.
Was mit Lisbeth los ist, möchte ich euch auch noch erzählen. Warum? Weil so viele Imker sagen, dass das so nicht geht…
Aber alles der Reihe nach.
Lisbeths schwaches Völkchen wurde bei Florianas Umsiedelungsaktion mit Florianas Brutwaben verstärkt.
Da auf dem Beutenplatz nicht genug Platz für Florianas Einraumbeute und Lisbeths Beute war, musste ich Lisbeth wohl oder übel auf einen anderen freien Beutenplatz umsetzen.
An Sich wäre das kein Problem, aber Bienen fliegen sich genau auf den Standort ein, an dem ihre Beute steht. Wenn man die Beute woanders platziert, fliegen die Flugbienen (die Sammlerinnen) wieder an den ursprünglichen Platz zurück. Die Versorgerinnen sind damit weg.
Deshalb sollte man das Umstellen von Beuten vermeiden. Oder aber, man bringt die Beute an einen Platz außerhalb des Flugradius der Bienen, dann kennen sie sich gar nicht mehr aus und müssen sich neu einfliegen. Eine weitere Möglichkeit, ist die sogenannte Kellerhaft- dabei werden die Bienen bei verschlossener Beute in den Keller gestellt. Der Keller ist wichtig, wegen der kühleren Temperatur, damit die Bienen nicht „verbrausen“ (zu viel Hitze produzieren). Im Keller sollen sie den alten Standort vergessen. Wenn man sie nach ein oder zwei Nächten an den neuen Platz stellt, sollten sie sich auf den neuen Standort einfliegen. Der Vollständigkeit halber erwähne ich noch, dass man den Bienen auch vorgaukeln kann, dass ihr Baum (Ihr jetziges Zuhause, die Beute) umgefallen ist. Dafür stellt man die Beute auf eine Schubkarre und schaukelt die Bienen ordentlich im Garten umher (bei verschlossenem Flugloch) und stellt sie dann auf den neuen Platz. Bevor man das Flugloch öffnet, legt man Zweige davor- das soll die Äste des umgefallen Baums simulieren… der Rest ist wie gehabt- die Bienen fliegen sich neu ein…
Welche Methode zuverlässig funktioniert weiß ich nicht, werde ich mit der Zeit bestimmt noch herausfinden.
Aber nun zurück zu Lisbeth!
Lisbeths Beute wurde umgestellt. Und zwar bei verschlossenem Flugloch. Die Kellerhaft wollten wir uns sparen.
Ein paar Stunden nach dem Standortwechsel habe ich zu den Bienen geschaut- da sah das Ganze so aus:


Als bei den Bienen außen auch noch Damen mit Pollenhöschen zu sehen waren, kam ich zu dem Schluss, dass die Flugbienen anscheinend doch schon ihren neuen Standort kennen. Ein Blick zum ursprünglichen Platz hat das nochmal bestätigt- keine Bienen zu sehen.
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt- also habe ich das Flugloch geöffnet ohne Kellerhaft, Schubkarren-Geschaukel und was es sonst noch so alles gibt.
Aktuell fliegen sie fleißig und tragen Pollen ein. Wenn das mal kein gutes Zeichen ist…
Damit möchte ich nicht sagen, dass die oben genannten Methoden überflüssig oder schlecht sind- ganz im Gegenteil! Ich denke jede Methode kann zum passenden Moment die richtige sein. Jeder Bien ist unterschiedlich, der Standort, das Wetter… alles hat einen Einfluss. Hört auf euer Herz, begreift die Gesamtsituation und seid euch der Konsequenzen bewußt. Wenn ihr so die stimmigste Methode wählt, bin ich überzeugt davon, dass euer Weg der richtige ist. Ob es dann auch die beste Lösung ist, lassen wir dahingestellt.
Nach soviel Gerede über die richtigen Methoden jetzt aber schnell zurück zu Lisbeth:
Sobald Florianas Brut unter Lisbeths Fittiche geschlüpft ist, wird Lisbeths Volk ebenfalls in ein neues Zuhause kommen.
