Der Kampf gegen den (Hof-) Staatsfeind Nr.1: Varroa

Heute stand ein nicht so schöner Teil der Imkerei an. Die Ameisensäurebehandlung gegen die Varroa-Milbe.

Gerne mache ich das nicht, aber ich möchte, gerade am Anfang, kein Risiko eingehen. Auf der Windel waren bereits vereinzelt Varroen zu finden, von daher habe ich mich dazu durchgerungen meine Bienen wenigstens einmal im Jahr mit Ameisensäure zu behandeln.

Es gibt wie immer in der Imkerei, mehrere Methoden die Bienen gegen die Varroa zu behandeln. Da ich keine Erfahrung habe, welche Behandlung am schonendsten und wirksamsten ist, orientiere ich mich mal wieder an denen, die schon mehr erprobt sind, sich mit der Einraumbeute auskennen und wesensgemäß imkern.

So bin ich zu folgender Variante gekommen:

85% -ige Ameisensäure wird in einem Liebig-Dispenser in einer Leerzarge über den Völkern verdunstet.

Da ich geplant habe meine Bienen nur einmal im Jahr zu behandeln, orientiert sich die Menge der Ameisensäure an der Langzeitbehandlung (nach Liebig). Die Menge ist auch abhängig von der Größe der Beute und der Stärke des Volkes.

Nach Absprache mit einem Imkerfreund bin ich für meine Völker zu folgenden Mengen gekommen:

  • Lisbeth: 150ml (kleine Einraumbeute, normale Stärke, Sitz auf 7 Rähmchen)
  • Chantalle: 200ml (kleine Einraumbeute, starkes Volk, Sitz auf 10 Rähmchen)
  • Maja: 200ml (große Einraumbeute, eher starkes Volk, Sitz auf 8 Rähmchen)
  • Floriana: 200ml (große Einraumbeute, eher starkes Volk, Sitz auf 8 Rähmchen)

Die Dochtgröße (das mitgelieferte Papier) hängt ebenfalls von der Größe der Beute ab und von der Umgebungstemperatur.

Da es aktuell etwas kühler ist (im Moment 15°C), habe ich den Docht nach Anleitung auf 5/8 verkleinert. Das geht ganz einfach indem man entsprechende Papierstreifen an der Sollbruchstelle abreißt.

Die Ameisensäure habe ich, gut mit Handschuhen und Schutzbrille geschützt, in die kleinen Fläschchen vom Liebig-Dispenser umgefüllt. Das ging ohne Probleme (man muss vorher den Tropfeinsatz entfernen), sogar ohne Trichter. Den Tropfeinsatz unbedingt nach dem Umfüllen wieder einsetzen!

Nach den Vorbereitungen mussten die Dispenser samt Ameisensäure in die Beuten.

Bei den kleinen Einraumbeuten war das recht unkompliziert:

  • Rähmchenoberseite säubern, damit der Dispenser gerade steht,
  • Honigraum aufsetzen,
  • Rauch, damit die Bienen sich nach unten verziehen,
  • Dispenser auf die Rähmchen setzen
  • Fläschchen auf die Dornen des Dispensers stecken
  • Kontrolle, dass alles stabil und gerade steht,
  • Beutendeckel drauf- fertig!

Bei den großen Einraumbeuten läuft das ganze im Prinzip genau gleich ab. Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass nur eine Seite den Honigraum aufgesetzt bekommt (natürlich die Seite auf der die Bienen sitzen). Das hat zur Folge, dass der Deckel nicht mehr gerade aufliegt. Das sollte man so gut wie möglich ausgleichen. Ich habe das mit Rähmchen gemacht. Wir werden sehen wie wetterfest die Konstruktion ist.

Jetzt haben die Bienen also Ameisensäure in ihren Beuten. Ein bis zwei Wochen lang! Zu beneiden sind sie dafür nicht. Mir hat es richtig leid getan ihnen die Dispenser quasi auf den Kopf zu stellen. Ich hoffe sie kommen einigermaßen damit zurecht- im Gegensatz zur Varroa!!! Blöde Varroa! Ohne die, müssten die Bienen diese Tortur nicht durchstehen.

Jetzt heißt es Daumen drücken dass die Behandlung den Bienen keinen Schaden zufügt und gegen die Varroa wirksam genug ist. Öfter möchte ich das meinen Bienen nicht zumuten müssen.

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