Wachsgewinnung- wie man es nicht macht!

Morgen soll Lisbeth endlich in in ihr neues Zuhause ziehen. Das bedeutet aber auch, dass ich die geliehenen Beuten zurückgeben muss.

Da ich dieses Jahr keinen Honig ernten konnte, wollte ich doch zumindest ein bisschen Wachs gewinnen.

Ich habe keinen Sonnenwachsschmelzer oder Dampfwachsschmelzer. Aber es sollte doch auch irgendwie ohne gehen.

Ich hatte im Keller noch ein ausrangiertes Fondue- Set. Das sollte geopfert werden. Weil ich ungern die Wachsbatzerei in der Küche veranstalten wollte, verlegte ich die Aktion in den Garten. Der ist wahrscheinlich etwas fleckentoleranter als die Küche.

Also das Fondue angesteckt und den Topf mit Wachsresten befüllt. Nebenher habe ich die Waben aus den Rähmchen geschnitten- das ging erstaunlich einfach, wenn die Waben vorher von der Sonne geküsst wurden. In der Hitze wurde das das Wachs schön weich und ließ sich wunderbar von den Rähmchen lösen.

Damit das Wachs nicht anbrennt, habe ich einen ordentlichen Schluck Wasser dazu gegeben. So köchelte alles leise vor sich hin. Dabei zeigte sich, dass die Idee, diese Arbeit in den Garten zu verlegen, nicht die dümmste war- das Zeug spritzte, und der Geruch war alles andere als ein wohliger, weihnachtlicher Bienenwachskerzen-Geruch! Es stank irgendwie säuerlich- kein Wunder, da doch die Waben nicht nur zum Honig einlagern, sondern auch für Pollen und Brut verwendet wurde. All das Zeug schmolz jetzt aus den Waben heraus und köchelte in meinem nun versauten Topf… ein ekliger, brauner Gatsch!

Danach habe ich die Pampe durch eine Feinstrumpfhose in einen Eimer geleert. Die Strumpfhose war gleich mal verstopft- keine gute Idee.

Also habe ich als nächstes als Filter eine Stoffwindel genommen- das ging auch nicht viel besser.

Das meiste, schön goldgelbe Wachs (Ja, aus der braunen stinkenden Pampe, kam wirklich Wachs raus!) blieb nämlich im Tuch hängen. Na toll!

Ich brauche nicht erwähnen, dass ich danach aufgegeben habe. Auch nicht, dass ein befreundeter Imker, als er die Misere gesehen hat, nur noch ein „jetzt weißt du wenigstens, wie es nicht geht“ für mich übrig hatte. Damit ich heuer aber nicht ganz leer ausgehe, hat er mir noch verraten wie er Wachs gewinnt.

Dazu wird es natürlich einen eigenen Beitrag geben, sobald ich es ausprobiert habe. Bis dahin steht der braune Gatsch bei mir im Keller- verloren ist zum Glück noch nichts.

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