Sorgenkinder

Nach der gestrigen Umsiedelungs-Aktion habe ich heute vor der Arbeit, voller Hoffnung und Vorfreude, zu den Bienen geschaut.

In der kleinen Einraumbeute sah alles super aus- die Bienen waren aktiv und machten sich über den, mit sehr viel Liebe, angerührte Zuckersirup her. Insgesamt machten sie einen super Eindruck, und es war eine wahre Freude ihnen bei ihrer Arbeit zuzuschauen.

Dann kam der Blick in die große Einraumbeute: da die große Ernüchterung- keine einzige Biene war am Futtereimer zu sehen! Dabei brauchten sie doch gerade jetzt das Futter so dringend! Oje!

Das Volk hing lethargisch in einer Traube an den Rähmchen- wie in Schockstarre- kein schöner Anblick.

Mit einem sehr unguten Gefühl habe ich einen Imkerfreund, der Erfahrung mit der Einraumbeute und vor allem mit dem Futtereimer hat, kontaktiert. Der hatte keine wirklich guten Nachrichten für mich.

Bei der großen Umsiedlung gestern, hätten wir wahrscheinlich die Bienen erst in die sogenannte Kellerhaft geben sollen, damit alle Bienen den neuen Standort annehmen. So sind jetzt aber einige (viele) Bienen zum ursprünglichen Standort zurückgeflogen. Trotzdem die Königin in der neuen Behausung saß.

Warum die verbliebenen Bienen den Futtereimer nicht annehmen wollten, blieb ein Rätsel. Aber sie brauchten das Futter dringend, da sie sonst verhungern würden!

Oje! Hätten wir gestern nur… warum haben wir nicht…? Ja egal! Jetzt war es zu spät!

Zum Glück hat mir ein Freund mit einem 3D-Drucker eine Bienentränke aus PP gedruckt, die ich gleich mit einer 0,5l Flasche Zuckersirup befüllt und den Bienen direkt unter die Rähmchen gestellt habe.

Bienentränke aus dem 3D- Drucker

Dann musste ich auch schon zur Arbeit… Den ganzen Vormittag war ich sehr unruhig und konnte es kaum bis zur Mittagspause erwarten!

Als es soweit war, bin ich schnell nach Hause gefahren und habe wieder voller Hoffnung nachgeschaut. Aber die Ernüchterung folgte prompt: Die Bienen nahmen das Futter immer noch nicht an!!! Und Flugbetrieb war auch keiner zu sehen!

Jetzt war ich mit meinem Latein wirklich am Ende. Wie konnte ich nur die Bienen dazu bewegen, ihre Traube am oberen Rand der Rähmchen zu verlassen, um sich unten am Boden, den Zuckersirup zu holen?

Also wieder die Imkerfreunde kontaktiert, und am Nachmittag gemeinsam einen Notfallplan geschmiedet: Futterteig von oben auf die Rähmchen gelegt, das sollte die letzte Chance für die Damen sein.

Und wenn das auch nicht funktioniert?

Ihr könnt euch denken, wie ich den restlichen Arbeitstag auf den Feierabend hin gefiebert habe!

Kaum war ich abends daheim, bin ich schnurstracks zu den Bienen gelaufen und habe vorsichtig den Deckel der Beute abgenommen. Was für ein Anblick! Ein kleines Wunder! Die Damen saßen gemütlich um die Bienentränke und schlugen sich die Bäuche voll- ENDLICH! Was für eine Erleichterung!!!

Jetzt konnte ich auch endlich die Weiselkäfige aus den Beuten herausnehmen, weil sich die Bienen bis zu ihrer Königin gefuttert haben und somit die Königin befreit wurde.

Dabei konnte ich sehen, dass die Bienen bereits fleißig waren und ein Stück Wabe gebaut haben. Naturwabenbau- sooo beeindruckend , sooo schön!

Leider musste ich das kleine Kunstwerk zestören um den Weiselkäfig herauszubekommen.

Sie bauen, sie fressen! Wenn das kein gutes Zeichen war- mir ist soooooo ein schwerer Stein vom Herzen gefallen!

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