
Was für ein Tag!
Eigentlich war der Plan, das starke Volk in die freie Einraumbeute umzusiedeln, also abzukehren, um dann die abgekehrte Zarge, mit der Brut, auf das vermeintlich schwächere Volk aufzusetzen. Eigentlich…
Bei der gemeinsamen Durchsicht mit Peter, dem Imker von dem ich die zwei Völker im April bekommen habe, war er ganz erstaunt, dass das schwache Volk gar nicht so schwach ist. Wie hätte ich das ahnen sollen? Ich hatte ja bisher nur den Vergleich zum starken Volk. Aber umso besser!
Trotzdem haben wir zunächst an unserem Plan festgehalten:
Zuerst haben wir die Weisel gesucht und in einen Weiselkäfig gesperrt, dessen Eingang mit Futterteig versperrt wurde. Zur Königin haben wir noch 6 Arbeiterinnen gegeben- die haben die Aufgabe die Königin zu füttern und zu verhätscheln, während sich die anderen Bienen ihren Weg zur Königin frei futtern. So wird die Königin aus dem Käfig befreit. Der Käfig wurde an eines der mittleren Rähmchen in der kleine Einraumbeute gehängt. Das soll bewirken dass die abgekehrten Bienen auch wirklich in der Beute bleiben und möglichst oben, ihr wundervolles Wabenwerk, zu bauen beginnen.
Als nächstes wurden alle Rähmchen der alten Beute über der Einraumbeute abgeschüttelt und abgekehrt. Was für ein Gewusel an Bienen! Die waren überall. Eine richtige Bienendusche!

Nachdem keine Bienen mehr auf den Rähmchen waren, konnte man endlich sehen, dass das Volk doch bereits in Schwarmstimmung war. Es waren einige Weiselzellen kurz vorm Verdeckeln.
Zuerst haben wir die leere Zarge mit den abgekehrten Rähmchen auf das schwache Volk gestellt und die Einraumbeute auf den Platz gestellt, an dem die alte Beute stand. So wissen die Bienen gleich, wo ihr Zuhause ist, weil sie sich auf diesen Standort bereits eingeflogen haben.
Aber da ich noch weitere Beuten und freie Stellplätze hatte, die Bienenmasse so groß war, und bereits Weiseln am Entstehen waren, haben wir uns kurzfristig dazu entschlossen, auch noch die große Einraumbeute zu besiedeln.
Also ging das gleiche Spiel wieder los: Weisel und ein paar Arbeiterbienen in den Weiselkäfig gesperrt, mit Futterteig den Ausgang versperrt und an ein Rähmchen in die Beute gehängt.
Die Rähmchen wurden wieder über der Einraumbeute abgeschüttelt und abgekehrt. Nur diesmal wurde die Einraumbeute nicht auf den Platz der alten Beute gestellt, sondern an einen neuen Platz nebenan.
Die abgekehrten Beuten haben wir auf den ursprünglichen Beutenplatz gestellt.
Soweit so gut… nach 4 Stunden Arbeit, war der größte Teil geschafft- aus 2 Völkern wurden flux mal 4 gemacht- ich sollte sagen: GEZAUBERT!
Jetzt musste ich nur noch für die kleine Einraumbeute ein Dach bauen, Zuckersirup anrühren und den Futtereimer und Futtertrog mit dem Sirup befüllen, damit die Bienen einen guten Start in ihrem neuen Zuhause haben.
Die Bienen in der kleinen Einraumbeute haben sich sofort über ihr Futter hergemacht. Was für ein wunderbarer Anblick!
Die Bienen aus der großen Einraumbeute zieren sich noch. Aber das wird schon werden!

1 Kommentar zu „Aus 2 mach 3, mach 4…“